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Ein Schaufenster für Kunst

Im Zwischengeschoss des Eingangbereichs zum Kultkino Camera wird in einer Vitrine Kunst gezeigt. Die Kunstvitrine befindet sich in einer Passagensituation im Verbund mit anderen Schaufenstern und eignet sich daher besonders, zeitgenössisches Kunstschaffen einem breiten Publikum en passant zugänglich zu machen.

Die Vitrine fungiert als Blickfang der Kino- und Restaurantbesuchenden, wendet sich also an ein Publikum, das sich nicht ausschliesslich aus Kunstinteressierten zusammensetzt. Anders als in Galerien oder Institutionen, ist bei der Vitrine der Zugang zur Kunst ein direkter. Dem näheren Hinschauen steht kein Hindernis im Weg; die Hemmschwelle mit den Arbeiten in Berührung zu kommen ist äusserst gering.

Die Kunstvitrine im Foyer des Kultkinos Camera kann als Experiment angesehen werden, quasi unter einem Dach, zwei Disziplinen der bildenden Kunst in ihren unterschiedlichen Ausdrucksformen zum Spielen zu bringen. Der Film in seiner universellen Form ist, verglichen mit Malerei, einem breiten Publikum leicht zugänglich. Die bewegten Bilder erzählen auf eine selbstverständliche Weise und sind vielleicht unseren Wahrnehmungskonventionen näher. So könnte das Bild / Objekt in der Kunstvitrine vom populären Zugang welches dem Medium Film eigen ist, profitieren und von diesem ein Stück dazugewinnen.

Den Künstlern bietet die Vitrine die Möglichkeit, die Arbeiten in einer einzigartigen Situation zu zeigen. Das eingeschränkte Platzangebot erfordert eine fokussierte Auswahl der Arbeiten. Die Vitrine als Aufmerksam- Macher; weckt die Neugierde auf das weitere Schaffen des Künstlers/ der Künstlerin.

Der Kurator trifft zusammen mit der Künstlerin / dem Künstler die Auswahl der Arbeiten. In einem regelmässigen Turnus werden dem Publikum neue Arbeiten präsentiert.

Kurt Iten, Juni 2013